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Warum unsere Augen Omega-3 lieben

Was DHA, EPA und der HS-Omega-3-Index® über Deine Gesundheit verraten

Lesedauer: ca. 6 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

✔ Die Netzhaut enthält außergewöhnlich hohe Mengen der Omega-3-Fettsäure DHA – mehr als fast jedes andere Gewebe unseres Körpers.

✔ DHA ist ein wichtiger Baustein der Zellmembranen, EPA unterstützt unter anderem die Bildung von Botenstoffen, die Entzündungs- und Regenerationsprozesse regulieren.

✔ Der HS-Omega-3-Index® zeigt Deine langfristige Versorgung mit EPA und DHA – und damit mehr als nur das, was Du gestern gegessen hast.

✔ Ein guter Omega-3-Status betrifft nicht nur Deine Augen, sondern Deinen gesamten Organismus.

Alles beginnt mit einer einzigen Zelle

Wenn wir an unsere Gesundheit denken, denken wir meist an einzelne Organe.

An das Herz.

An das Gehirn.

An die Augen.

Unser Körper denkt jedoch nicht in Organen. Er denkt in Zellen.

Rund 37 Billionen davon arbeiten Tag und Nacht zusammen. Jede einzelne besitzt eine hauchdünne Hülle – die Zellmembran.

Sie entscheidet darüber, welche Stoffe in die Zelle gelangen, welche Informationen weitergegeben werden und wie flexibel eine Zelle auf ihre Umgebung reagieren kann.

Man kann sich eine Zellmembran wie die Außenwand eines Hauses vorstellen. Ist sie stabil und gleichzeitig beweglich, kann sie ihre Aufgaben zuverlässig erfüllen. Wird sie dagegen starr oder verändert sich ihre Zusammensetzung, beeinflusst das die Funktion der gesamten Zelle.

Und genau hier kommen Omega-3-Fettsäuren ins Spiel. Nicht als Modeerscheinung. Nicht als Nahrungsergänzung. Sondern als natürliche Bestandteile unseres Körpers.

Warum ausgerechnet unsere Augen so viel DHA brauchen

Von allen Geweben unseres Körpers gehört die Netzhaut zu den DHA-reichsten überhaupt. Das ist kein Zufall. Unsere Fotorezeptoren müssen Licht in elektrische Signale umwandeln – millionenfach, jede Sekunde, ein Leben lang.

Damit das funktioniert, müssen ihre Zellmembranen außergewöhnlich beweglich sein. Genau dafür eignet sich DHA.

Die besondere chemische Struktur dieser langkettigen Omega-3-Fettsäure sorgt dafür, dass Zellmembranen flexibel bleiben. Diese Eigenschaft ist besonders in der Netzhaut und im Gehirn wichtig, wo Informationen in Bruchteilen von Sekunden verarbeitet werden.

Die Natur verschwendet keine Energie. Wenn sie ausgerechnet die empfindlichsten Strukturen unseres Körpers mit so viel DHA ausstattet, dann dürfen wir davon ausgehen, dass diese Fettsäure dort eine wichtige Aufgabe erfüllt.

DHA und EPA – zwei Fettsäuren, zwei Aufgaben

Im Alltag sprechen wir oft einfach von Omega-3. Tatsächlich handelt es sich dabei um eine ganze Familie verschiedener Fettsäuren. Für unsere Gesundheit stehen vor allem zwei im Mittelpunkt:

DHA (Docosahexaensäure) und EPA (Eicosapentaensäure).

Vereinfacht kann man sagen: DHA ist der große Baustein der Zellmembranen – besonders im Gehirn und in der Netzhaut.

EPA übernimmt andere Aufgaben. Es dient als Ausgangssubstanz für sogenannte Spezialisierte Pro-Resolving Mediatoren (SPMs) sowie weitere Botenstoffe, die an der Regulation von Entzündungsprozessen und deren natürlicher Beendigung beteiligt sind.

Beide Fettsäuren ergänzen sich. Deshalb macht es wenig Sinn, sie gegeneinander auszuspielen. Unser Körper braucht beide.

Warum wir heute oft schlechter versorgt sind

Noch vor wenigen Generationen sah unsere Ernährung völlig anders aus. Heute essen viele Menschen deutlich mehr hochverarbeitete Lebensmittel und nehmen wesentlich mehr Omega-6-Fettsäuren auf als früher. Omega-6 ist dabei keineswegs „schlecht“. Es ist ebenso lebensnotwendig wie Omega-3.

Entscheidend ist jedoch das Gleichgewicht. Gleichzeitig essen viele Menschen kaum noch fettreichen Seefisch – oder verzichten bewusst darauf. Selbst regelmäßiger Fischkonsum garantiert allerdings keine optimale Versorgung. Fischart, Herkunft, Fütterung und Zubereitung beeinflussen den Gehalt an EPA und DHA erheblich.

Deshalb stellt sich eine viel spannendere Frage:

Woher weißt Du eigentlich, ob Dein Körper wirklich gut versorgt ist?

Messen statt vermuten

Diese Frage beschäftigte auch den Kardiologen Prof. Dr. Clemens von Schacky.

Er entwickelte den HS-Omega-3-Index®, der heute weltweit in Forschung und Präventionsmedizin eingesetzt wird. Das Besondere daran:

Der Index misst nicht die Fettsäuren im Blutplasma – also das, was Du vielleicht gestern gegessen hast. Er misst den Anteil von EPA und DHA in den Membranen Deiner roten Blutkörperchen. Da diese etwa 120 Tage leben, zeigt der HS-Omega-3-Index® Deine langfristige Versorgung. Man kann ihn gut mit dem HbA1c vergleichen.

So wie der HbA1c nicht den Blutzucker von heute Morgen misst, sondern den Durchschnitt der letzten Wochen widerspiegelt, zeigt auch der HS-Omega-3-Index®, wie gut Deine Zellen über einen längeren Zeitraum mit EPA und DHA versorgt waren.

Gerade deshalb gilt er heute als einer der aussagekräftigsten Marker für die individuelle Omega-3-Versorgung.

💡 Schon gewusst?

Nach den Arbeiten von Prof. Dr. Clemens von Schacky gilt ein HS-Omega-3-Index® von 8 bis 11 {0af23b1f0581c4c79a83e8af9a102801012e4314adad7b145e7760bd1e9054b4} als Zielbereich.

In Mitteleuropa liegen viele Menschen jedoch lediglich zwischen 4 und 6 {0af23b1f0581c4c79a83e8af9a102801012e4314adad7b145e7760bd1e9054b4}.

Werte unter 8 {0af23b1f0581c4c79a83e8af9a102801012e4314adad7b145e7760bd1e9054b4} werden in zahlreichen Beobachtungsstudien mit einem erhöhten Risiko für verschiedene chronische Erkrankungen in Verbindung gebracht. Deshalb setzt sich Prof. von Schacky seit vielen Jahren für das Prinzip „Messen statt vermuten“ ein.

Warum dieser Wert den ganzen Menschen betrifft

Viele Menschen glauben, Omega-3 sei vor allem ein Thema für Herz oder Augen. Tatsächlich geht es um weit mehr. Jede Zellmembran unseres Körpers enthält Fettsäuren. Deshalb betrifft eine langfristig unzureichende Versorgung nicht nur ein einzelnes Organ.

In wissenschaftlichen Studien wurden niedrige HS-Omega-3-Index®-Werte unter anderem mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzrhythmusstörungen, Schlaganfälle sowie verschiedenen entzündungsassoziierten und neurodegenerativen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Auch in Schwangerschaft und frühkindlicher Entwicklung spielt eine ausreichende Versorgung mit DHA eine wichtige Rolle.

Wichtig ist dabei eine saubere Einordnung:

Ein niedriger HS-Omega-3-Index® verursacht diese Erkrankungen nicht automatisch.

Er kann jedoch ein Hinweis darauf sein, dass der Körper nicht optimal mit EPA und DHA versorgt ist – ähnlich wie ein erhöhter Blutdruck ein Risikomarker ist, ohne allein die ganze Geschichte zu erklären.

Genau deshalb ist Prävention so spannend. Sie beginnt nicht mit einer Krankheit. Sie beginnt mit dem Verständnis von Zusammenhängen.

Warum Leinöl kein Ersatz für Algenöl ist

An dieser Stelle begegnet mir in der Praxis eine der häufigsten Fragen:

„Ich nehme doch Leinöl – reicht das nicht?“

Leinöl ist zweifellos ein wertvolles Lebensmittel. Es enthält reichlich Alpha-Linolensäure (ALA), eine pflanzliche Omega-3-Fettsäure. Das Problem ist jedoch:

Unsere Netzhaut benötigt vor allem DHA. Unser Gehirn ebenfalls.

ALA muss der Körper deshalb zunächst in EPA und anschließend in DHA umwandeln. Genau dieser Schritt funktioniert beim Menschen jedoch nur sehr begrenzt. Oder besser gesagt nur etwa 5-10{0af23b1f0581c4c79a83e8af9a102801012e4314adad7b145e7760bd1e9054b4} von ALA werden in EPA und 0,5-5{0af23b1f0581c4c79a83e8af9a102801012e4314adad7b145e7760bd1e9054b4} in DHA umgewandelt.

Je nach Alter, Stoffwechsel, Geschlecht und Ernährung werden aus ALA also kleine Mengen EPA gebildet, die Umwandlung zu DHA ist jedoch meist sehr gering und reicht häufig nicht aus, um den Bedarf DHA-reicher Gewebe zuverlässig zu decken.

Deshalb ist Leinöl kein Ersatz für DHA aus Algen oder Fisch. Es bleibt dennoch ein hochwertiges Lebensmittel – nur mit einer anderen Aufgabe.

Fisch oder Algen – woher stammt Omega-3 eigentlich?

Viele Menschen glauben, Fisch produziere Omega-3. Tatsächlich stimmt das nicht. Die eigentlichen Produzenten sind winzige Mikroalgen.
Fische nehmen EPA und DHA über die Nahrungskette auf – direkt oder indirekt.

Algenöl liefert diese Fettsäuren daher unmittelbar aus ihrer ursprünglichen Quelle.

Das kann mehrere Vorteile haben:

  • kontrollierte Herstellung,
  • keine Anreicherung mariner Schwermetalle in der Quelle,
  • nachhaltigere Produktion,
  • auch für Menschen geeignet, die keinen Fisch essen.

Entscheidend bleibt jedoch immer die Qualität des Produkts. Reinheit, Oxidationsschutz und der tatsächliche Gehalt an EPA und DHA unterscheiden sich je nach Hersteller erheblich.

Was ich Dir mitgeben möchte

Vielleicht ist die wichtigste Erkenntnis dieses Artikels gar nicht, dass Omega-3 wichtig ist.

Sondern diese:

Unser Körper gibt uns Hinweise darauf, was er braucht.

Wenn die Natur ausgerechnet die empfindlichsten Gewebe unseres Körpers mit besonders viel DHA ausstattet, lohnt es sich, genauer hinzusehen. Und wenn wir heute mit dem HS-Omega-3-Index® objektiv messen können, wie gut wir versorgt sind, müssen wir nicht mehr raten.

Das ist für mich moderne Prävention. Nicht nach Gefühl handeln. Sondern verstehen, messen und anschließend bewusst entscheiden.

Ein Gedanke zum Schluss

Gesundheit beginnt nicht mit einer Diagnose. Sie beginnt mit dem Verständnis dafür, wie unser Körper funktioniert.

Je besser wir diese Zusammenhänge verstehen, desto selbstbestimmter können wir Entscheidungen treffen.

Nicht aus Angst. Sondern aus dem guten Gefühl, aktiv etwas für unsere Gesundheit tun zu können.

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Warum ein HS-Omega-3-Index® von 8–11 {0af23b1f0581c4c79a83e8af9a102801012e4314adad7b145e7760bd1e9054b4} angestrebt wird

Der Zielbereich von 8–11 {0af23b1f0581c4c79a83e8af9a102801012e4314adad7b145e7760bd1e9054b4} basiert auf den Forschungsarbeiten von Prof. Dr. Clemens von Schacky und weiteren Arbeitsgruppen. In Beobachtungsstudien waren Werte in diesem Bereich häufig mit einem geringeren Risiko für bestimmte Herz-Kreislauf-Ereignisse verbunden als niedrigere Werte. Gleichzeitig gilt: Der HS-Omega-3-Index® ist ein Biomarker unter vielen und sollte immer im Gesamtkontext der individuellen Gesundheit betrachtet werden.

Kann man den HS-Omega-3-Index® verbessern?

Ja. Der Wert lässt sich durch regelmäßigen Verzehr EPA- und DHA-reicher Lebensmittel oder – wenn sinnvoll – durch hochwertige Nahrungsergänzung beeinflussen. Wie stark der Wert ansteigt, ist jedoch individuell verschieden. Deshalb ist eine Kontrollmessung nach einigen Monaten oft sinnvoller als bloße Vermutungen.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Von Schacky C. The HS-Omega-3 Index® in clinical practice. Omegametrix und wissenschaftliche Publikationen.
  • Harris WS, von Schacky C. The Omega-3 Index: a new risk factor for death from coronary heart disease?Preventive Medicine.
  • Gröber U. Mikronährstoffe – Metabolic Tuning – Prävention – Therapie. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft.
  • Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG).
  • Progress in Retinal and Eye Research.
  • *Investigative Ophthalmology & Visual Science (IOVS).